rls

 

16.06.2010

sch

Jammern bringt nichts!

So lautet die zitierte Textstelle aus einem Brief Rosa Luxemburgs, den sie aus dem Gefängnis an einen Freund und sozialdemokratischen Mitkämpfer schrieb. Damit leitete Dr. J. Schütrumpf, Geschäftsführer des Dietz-Verlags, seinen Vortrag zum Leben und Wirken dieser bemerkenswerten Persönlichkeit der nationalen und internationalen sozialistischen Bewegung ein.
Vor den zahlreichen Besuchern, darunter nicht wenige Jugendliche, der Veranstaltung entstand das Bild einer hochbegabten und vielseitig gebildeten  Intelektuellen polnisch-jüdischer Herkunft, die ihre ganze Kraft und Leidenschaft in den Dienst sozialistischer Visionen, Ziele und Tageskämpfe stellte.
Dr. Schütrumpf stellte Bezug zu den verschiedenen Bildern dieser Revolutionärin und deren Ursachen her. Gehasst von reaktionären Militärs und Vertreten des kapitalistischen Systems, geliebt und verehrt im In- und Ausland aber auch als Ikone benutzt und dabei viele ihrer Erkenntnisse zur sozialistischen Demokratie entstellend oder gar unterdrückend. Früh hatte sie erkannt, dass fehlende Demokratie und Öffentlichkeit in der sozialistischen Bewegung unweigerlich zur Diktatur einer Handvoll von Revolutionären führen muss und letztlich im Terror endet.
Rosa Luxemburg zu ehren fordert vor allem, sich mit ihrem Leben  und ihren Schriften zu beschäftigen – diese zu nutzen, unsere Geschichte aufzuarbeiten und Lehren für die weiter Entwicklung linker Bewegungen zu ziehen.
Das Erlebnis und Ergebnis dieses Vortrages zeigte sich in der gespannten Aufmerksamkeit der Zuhörer. Der Beifall dankte dem Referenten für die wertvollen, mit innerer Anteilnahme vorgetragenen Informationen.
Der Club der Rosa-Luxemburg-Stiftung hat damit erneut Interesse und Spannung für weitere Veranstaltungen erzeugt. Die nächste Diskussionsrunde mit Michael Brie, am 14. Sept. wird die aktiven Teilnehmer und neue Gäste bestimmt nicht enttäuschen.

Eberhard Uxa


11.05.2010

Es geht auch anders!

So lautete das Motto der letzten Diskussionsrunde der Rosa-Luxemburgstiftung Club Eisenach. Sie fand Traditionsgemäß in der Gaststätte „Augustiner-Bräu“ mit ca. 30 Teilnehmern statt. Otto Meyer-emeritierter Studentenpfarrer aus Münster / Westfahlen gab , gab die  Diskussionsgrundlage zu dieser interessanten These und Fragestellung.
Seine bemerkenswerte Entwicklung und Tätigkeit in vielen Bereichen machte zusätzlich neugierig. Die mit seinem Beruf verbundene profunde Kenntnis der christlichen-Soziallehre, seine antifaschistische Grundhaltung, gestärkt durch sein Pfarramt in Bergen-Belsen, viele Beiträge in kirchlichen Zeitschriften, in den Marxistischen Blättern und eine regelmäßige Mitarbeit im Ossietzky-Verlag sprechen für sein linkes-soziales Engagement. Einen entscheidenden Beitrag leistete er auch in Zusammenarbeit mit namhaften Sozialwissenschaftlern (Dr. phil. Gisela Notz von der Friedrich-Ebert-Stiftung und Professor Dr. phil. Arno Klöne, Universität Paderborn) bei der Herausgabe des Buches „Es geht anders“. Otto Meyer ließ es nicht dabei bewenden, die Mär von der Alternativlosigkeit  zu Sozialdemontage, Arbeitslosigkeit und weiteren Demokratieabbau zurückzuweisen.  Er zeigte Alternativen zur gegenwärtigen Realität auch anhand nachvollziehbarer Rechenmodelle.
Er wies aber auch darauf hin, dass sie nur wirksam sein können, wenn ein Zusammenwirken aller an Veränderungen interessierten Kräfte – Gewerkschaften, Parteien und Initiativen – dieselben auf demokratischer Grundlage durchsetzt.
Sozialer Friede sei Grundvoraussetzung für ein friedliches Miteinander – auch Völker und Länderübergreifend.
Nachfragen und Diskussionen gab es zu den angebotenen Modellrechnungen. Zum Teil geäußertes Unverständnis oder Zweifel zeigen, dass es nicht genügt etwas emotional anzuerkennen oder abzulehnen. Wir müssen auch bereit sein, uns stärker auf Fakten und konkrete Zahlen zu stützen.
Anders ist dem Vorwurf der Utopie nicht zu begegnen.
Für weitere Vorhaben ist anzustreben, die Themen stärker einzugrenzen, um mehr Konkretheit bezüglich der Inhalte und Aussagen zu erreichen.

Eberhard Uxa


26.03.2010

RW

"Glück und internationaler Frauentag"

Das waren die Grundthemen der Märzveranstaltung des Rosa-Luxemburg Clubs Eisenach gemeinsam mit dem Frauenzentrum der Stadt.

Das historische Ambiente des Reuter-Wagner Museums war dafür ein kulturvoller Rahmen.

Einleitend gab Dr. Manfred Günther einen interessanten geschichtlichen Überblick zur Entstehung des Ehrentages und seinen Zusammenhang mit bekannten Frauenrechtlerinnen und seine mit sozialen Kämpfen verbundene Aufwertung bis hin zur weltweiten Anerkennung durch die UNO.

Frau Dr. phil. Viola Schubert-Lehnhardt gelang es, die so erzeugte Aufmerksamkeit und Neugier noch zu steigern und den Glücksbegriff im Wandel der Zeiten, vor allem im Zusammenhang mit den gesellschaftlich-sozialen Existenzbedingungen der Frauen nachdenkenswert und handlungsorientierend zu erläutern.

Das hohe Interesse und die großen Erwartungen an das Thema kamen schon in der Anwesenheit von zahlreichen Teilnehmerinnen und Teilnehmern zum Ausdruck. Beifall und Diskussionsbeiträge bewiesen, dass sie nicht enttäuscht wurden. So setzten sich Diskussionen und Wertungen auch noch bei einem anschließenden Imbiss mit einem Glas Wein fort.

Eberhard Uxa


22.02.2010

      Autorenabend mit Dr. Edelbert Richter

Die Vorstellung des Buches „Die Linke im Epocheumbruch“  durch den Autor ließ am 16. Februar im „Augustiner“ Stammgäste der Rosa-Luxemburg-Stiftung und Interessierte zu einem anregenden Diskussionsabend zusammenkommen.
Neugier wecken und befriedigen – das gelang dem Autor durch bild- und gleichnishafte Interpretationen bestimmter Schwerpunkte des Buchinhaltes in meisterhafter Rhetorik.
Im Mittelpunkt seiner Darlegungen standen im wesentlichen zwei Probleme – der Zusammenhang von Leninismus und Neoliberalismus und die daraus für die linke Bewegung zu ziehenden Schlüsse.
Neue Sichten und Hinterfragungen lösten eine umfängliche und außerordentlich rege Diskussion aus, die nur der begrenzte zeitliche Rahmen beendete.
Der Zuspruch im Erwerb des neuen Buches belegte das nachhaltige Interesse der Besucher an neuen, auch ungewöhnlichen Ansichten und Thesen zu gesellschaftlichen Veränderungen, die die linke Bewegung herausfordert.
Die Brisanz des Problems erhöht sich u. a.  auch damit, dass DIE LINKE mitten in der Programmdebatte steht.

E.Uxa, Teilnehmer


 

19.01.2010

Wahlfälschung im Mai 1989 und Demokratieverständnis

darin bestand der Inhalt der Diskussionsrunde des Clubs der Rosa-Luxemburg-Stiftung Eisenach am 19.Januar 2010 in der Gaststätte „Augustiner-Bräu“.
30 Interessierte waren der Einladung gefolgt und hörten kritisch-aufmerksam die Ausführungen von Bernd Löffler und Wolfgang Musigmann, beide in Opposition zu den staatlich-politischen Verhältnissen in der DDR und aktiv an der Öffentlichmachung und Veränderung derselben beteiligt. So wie sie auch heute systemkritisch den bürgerlich-demokratischen  Parlamentarismus mit dessen Parteienstruktur nicht als letztes Wort der Demokratie sehen.
Zustimmung und Widerspruch – oft emotional vorgetragen – bestimmten die Diskussion und die Anfragen an die Referenten. Das war auch nicht anders zu erwarten, denn die Teilnehmer der Debatte bestanden fast ausschließlich aus Zeitzeugen dieser Geschichtsperiode – bis in die Gegenwart.
Es war nicht Ziel der Veranstaltung, einseitig Gericht zu halten – wie heute leider häufig üblich- sondern offen und sachlich über das Geschehene zu reden, die unterschiedlichen persönlichen Erfahrungen zu respektieren und vor allem Wege zu beschreiten, die Machtmißbrauch, Ausgrenzung und Unterdrückung heute und in der Zukunft verhindern.
Die außerordentlich lebhafte Diskussion wurde, trotz Verlängerung, nur durch das Zeitlimit beendet.
Dem allgmein geäußerten Wunsch nach Fortsetzung zu späterer Zeit sollte entsprochen werden.

E. Uxa, Teilnehmer

 

 


 

08.12.2009

Gerechtigkeit...
diese viel gebrauchte – auch missbrauchte – oft missverstandene und ungenügend hinterfragte Zustandsbeschreibung und Forderung war Gegenstand der gut besuchten
11. Diskussionsrunde des Rosa-Luxemburg-Clubs Eisenach am 8. Dezember im Cafe Nicole.
Dr. Manfred Günther schaffte mit einem interessanten historisch-gesellschaftlichen Exkurs -verbunden mit aktuellen Untersuchungsergebnissen und Fallbeispielen eine gute Grundlage für interessante Fragestellungen und zu persönlichen Haltungen aller Teilnehmer.
Es ist sicher nicht verwunderlich, dass der Bereich der sozialen Gerechtigkeit, Beispiele aus dem Alltag, persönliche Erfahrungen und Forderungen dominierten.
Ein Diskussionsergebnis war, dass es bei aller Allgemeingültigkeit des Begriffes (Goldene Regel der Moral) immer wieder notwendig ist, die konkret-historischen Bedingungen dafür in den verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen (soziale, ökonomische, rechtliche, moralische) zu überprüfen und entsprechende Forderungen und Kriterien neu zu formulieren.
Nur die notwendige zeitliche Grenze der Veranstaltung beendete die Diskussion – das Interesse an ihr bestand fort. Deshalb war es gut zu erfahren, dass der Club der RLS Eisenach ähnliche Themen vorbereitet.

Eberhard Uxa, Eisenach

rl

 

Rosa Luxemburg


»Wie Lassalle sagte, ist und bleibt die revolutionärste Tat, immer ›das laut zu sagen, was ist‹.«

Rosa Luxemburg

 Die Rosa Luxemburg Stiftung trägt den Namen einer der großen Frauen des 20. Jahrhunderts.

Rosa Luxemburg (1871–1919) war eine herausragende Vertreterin demokratisch-sozialistischen Denkens und Handelns in Europa. Mit all ihrer Kraft versuchte sie, den Weltkrieg, der dann von 1914 bis 1918 tobte, zu verhindern. Neben Karl Liebknecht war sie die wichtigste Repräsentantin internationalistischer und antimilitaristischer Positionen in der SPD. Sie war eine leidenschaftliche und überzeugende Kritikerin des Kapitalismus und schöpfte aus dieser Kritik die Kraft für revolutionäres Tun. Voller Hoffnung begrüßte sie die russische Revolution, blieb als revolutionäre Demokratin aber kritisch und wach: Hellsichtig attackierte sie die diktatorische Politik der Bolschewiki.

Rosa Luxemburg gehörte Zeit ihres Lebens benachteiligten, oft verfolgten Minderheiten an. Bedingt war das zum einen durch Geburt und Schicksal: Sie war Jüdin – und wenn sie auch zur Religion keinen Bezug hatte, entging sie doch dem Antisemitismus nicht. Bedingt war es zum anderen aber auch durch ihren Willen zu einem selbstbestimmten Leben – gegen die engen Vorstellungen ihrer Zeit.

Rosa Luxemburg war eine promovierte Akademikerin – zu einer Zeit, da noch kaum Frauen studierten. Sie war eine der wenigen Frauen in der aktiven Politik – Vorurteile gegenüber Frauen, die in der Öffentlichkeit eine Rolle spielten, waren bis weit in die linken Parteien hinein verbreitet.

Rosa Luxemburg lebte ihre Lieben nicht als Ehefrau – eine Provokation wider die Moralvorstellungen ihrer Zeit.

Rosa Luxemburg war eine Exilantin. Trotz ihrer deutschen Staatsbürgerschaft blieb sie in den Augen ihrer politischen Feinde eine Ausländerin, eine Polin.

Rosa Luxemburg war eine revolutionäre Linke – in ihrer damals russisch besetzten polnischen Heimat ein todeswürdiges Verbrechen, in ihrer deutschen Wahlheimat ein Grund für stete Verfolgung.

Rosa Luxemburg ist Märtyrerin der deutschen Novemberrevolution. Sie wurde am 15. Januar 1919 von Mördern in Uniform erschlagen – Leuten, die zu jenen Kreisen gehörten, die später offen die Übergabe der Macht an die Nationalsozialisten unterstützten.

Rosa Luxemburgs Schicksal ist untrennbar verbunden mit der Entwicklung der deutschen Arbeiterbewegung, den Kämpfen zwischen ihren verschiedenen Strömungen und schließlich ihrer Spaltung. Sie war Mitbegründerin der Spartakusgruppe und dann der KPD.

Rosa Luxemburg ließ und lässt niemanden gleichgültig. Kompromisslos und stimmgewaltig vertrat sie ihre Überzeugungen. Mit menschlicher Wärme und mitreißendem Temperament vermochte sie jeden für sich zu gewinnen, der sich vorurteilsfrei auf sie einließ. Verschreckt indes reagierten jene, die sich ihr nicht gewachsen fühlten.

Rosa Luxemburgs unversöhnlicher Kampf gegen den Krieg und die Radikalität, mit der sie auf der Verbindung von politischer Freiheit und sozialer Gleichheit bestand, haben auch für uns Heutige an Strahlkraft nichts verloren.

 

Die Rosa Luxemburg Stiftung fühlt sich dieser demokratischen Sozialistin verpflichtet.